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Zur aktuellen Debatte bezüglich Sexualisierter Gewalt in unserer Gesellschaft - Jenseits von #metoo & #aufschrei

Sexualisierte Gewalt ist ein steter Bestandteil unserer Gesellschaft und dennoch ist von ihr meist nicht mehr zu hören, als ein kurzer Aufschrei und ein dumpfer Nachhall eines Medienechos von isolierten Ereignissen. Die Allgegenwärtigkeit spiegelt sich hauptsächlich in den gefühllosen, blassen Zahlen verschiedener Erhebungen wieder. Laut einer Studie der EU wird jede zwanzigste Frau demnach im Laufe ihres Lebens Opfer einer Vergewaltigung. 954 Fälle von Vergewaltigung oder sexueller Nötigung wurden 2016 in Niedersachsen angezeigt. Die Opfer in der Regel Frauen. Die Täter: Männer, meist aus dem Nahfeld  - Partner, Ex-Partner, Bekannte und Verwandte. Diese Zahlen zeigen jedoch lediglich die Spitze eines massiven Eisbergs während über 90% aller Taten – so schätzen Experten – im Verborgenen, dem sogenannten Dunkelfeld – ungehört, ohne Beachtung verbleiben.

 

Es sind Ereignisse wie die Silvesternacht 2013 in Köln oder der aktuelle Fall des prominenten Filmproduzenten Harvey Weinstein, welche die öffentliche Debatte über sexualisierte Gewalt wieder anfachen. Unter #metoo (ich auch) brechen derzeit viele Betroffene das Schweigen. Bereits 2013 in Köln gab es ein ähnliches mediales Gewitter und auch #Aufschrei hallt in einigen Köpfen noch nach. Die Botschaft: sexualisierte Gewalt geht jeden Einzelnen etwas an. Wie lange wird dieser Aufschrei zu hören sein? Ist es wirklich der Beginn eines gesellschaftlichen Umdenkens der aktuell stattfindet? Ein neuer, öffentlicher Umgang mit dem Thema sexualisierter Gewalt wäre wichtig und unabkömmlich um gesellschaftliche Strukturen zu verändern und somit dafür zu sorgen, dass sexualisierte Gewalt eine Seltenheit wird.

 

 

An der medizinischen Hochschule Hannover beschäftigen sich Therapeuten und Wissenschaftler aus verschiedensten Disziplinen im Fachbereich für klinische Psychologie und Sexualmedizin bereits seit vielen Jahren mit dem Phänomen sexualisierter Gewalt. Ziel ist die Entwicklung von Strategien zur nachhaltigen Reduktion von sexualisierter Gewalt in jeglicher Form.  Für tatgefährdete Personen gibt es bislang nur wenige spezialisierte Behandlungsangebote.  Auch hier ist ein gesellschaftliches Umdenken notwendig. Neben der Unterstützung von Betroffenen ist ebenso die Arbeit mit (potentiellen) Tätern zwingend notwendig. „Täterarbeit ist Opferprävention“ lautet das Motto. 

 

Unser Ziel ist es, die Patienten in die Lage zu versetzen, ihre Sexualität zu regulieren und damit die langfristige Verhinderung der Ausübung von sexualisierter Gewalt zu gewährleisten. 


Ab wann sind meine Fantasien ein Problem?

 

Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke im Gespräch mit Charlotte Gibbels (Psychologin im Projekt „Prävention sexueller Gewalt") und Constanze Jacob (Psychologin im Projekt „Kein Täter werden").

 


Eine Stunde Liebe

Vergewaltigungen gehören zu den schlimmsten Erfahrungen, die Menschen passieren können. Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) will sexuelle Übergriffe verhindern, indem sie potenziellen Gewalttätern eine Therapie anbietet.

In "Eine Stunde Liebe" erklärt der Projektleiter Prof. Dr. Uwe Hartmann, an wen sich das Projekt konkret wendet, welche Gewaltfantasien bei Patienten existieren und wie eine Therapie aussieht.


Hier erhalten Männer mit Gewaltfantasien Hilfe

 

Sie haben Angst vor sich selbst und dem, was sie tun könnten: Männer mit sexuellen Gewaltfantasien erhalten seit Ende April Hilfe in der MHH-Ambulanz für die Behandlung dysregulierter Sexualität.


Der Kopf zum Platzen voll mit blutigen Bildern

 

Eine neue Ambulanz für Männer mit Gewaltfantasien soll verhindern, dass Frauen zu Opfern werden.